Lebendige Dorfgemeinschaft im Eggetal
SPD-Landtagsabgeordneter Ernst-Wilhelm Rahe im Gespräch
Dörfliches Zusammenleben stärken und Veränderungen gestalten – das ist das Ziel der Dorfgemeinschaft im Eggetal. Landtagsabgeordneter Ernst-Wilhelm Rahe und Vertreter der SPD in der Stadt Preußisch Oldendorf trafen sich mit Aktiven im Eggetal, um die Arbeit kennen zu lernen und sich über Vorhaben, Schwierigkeiten und Problemen zu informieren. Ernst-Wilhelm Rahe: „Ich kann keine Wünsche erfüllen, aber ich kann gegebenenfalls Türen öffnen und Gesprächsfäden herstellen.“
Treffpunkt war das Haus der Begegnung, das sich mittlerweile als Dorftreffpunkt etabliert hat. „Die Kaffeedeele der Landfrauen im Winterhalbjahr einmal monatlich, der Büchertreff am ersten und dritten Dienstag im Monat und unser Dorfbüro UDO, das ehrenamtliche Hilfeleistungen vermittelt, sind erste Ansätze, das Haus der Begegnung im Ort zu verankern,“ so Geschäftsführer Jürgen Nenneker von „Wir im Eggetal“. Vorsitzender Horst Kirchhoff ergänzte: „Wir freuen uns, dass im Rahmen des Dorfentwicklungskonzepts EU-Fördermittel für den barrierefreien Zugang bewilligt wurden und der Bauausschuss der Stadt einen Eigenanteil in Höhe von 46.300 Euro bereit stellt.“ Kirchhoff hofft, dass der Umbau im Jahr 2017 umgesetzt werden kann, damit auch Menschen mit Handicap und mit Kinderwagen den neuen Dorfmittelpunkt problemlos erreichen können.
Sorgen macht der Dorfgemeinschaft die Zukunft der Sporthalle im Eggetal. Frank Wübker, Vorsitzender des SV Eggetal: „Mit 700 Mitgliedern sind ein Drittel der Eggetaler in unserem Sportverein organisiert. Die größte Abteilung ist die Turnabteilung gefolgt vom Tischtennis. Nach dem Wegfall der Grundschule fürchten wir nun um den Bestand der Sporthalle. Das wäre existenzbedrohend für unseren Verein.“ Fraglich sei zusätzlich, ob die anderen Sporthallen der Stadt überhaupt ausreichend Zeiten für den Trainingsbedarf böten. Dazu Ratsmitglied Martin Frommberger: „Die SPD Fraktion hat erst kürzlich eine Anfrage nach Hallenbelegungszeiten an die Stadt gestellt. Das Ergebnis wird diese Frage hoffentlich beantworten.“ Die Stadtverwaltung hat einen Instandsetzungsbedarf der Börninghauser Halle in Höhe von 450.000 Euro festgestellt. Horst Kirchhoff erläuterte, dass sich diese Kosten auf etwa fünfzehn Jahre verteilten und eine Instandsetzung auf hohem Niveau beinhalteten. „Uns wäre geholfen, wenn mit geringen Mitteln die dringendsten Maßnahmen erfolgen könnten, damit unsere Arbeit für die nächsten Jahre gesichert ist,“ wünscht Vorsitzender des SVE Wübker.
Karin von Behren-Rolfs erwartet, dass auch in den kommenden Jahren Flüchtlinge in der Grundschule untergebracht werden, eher mit steigender Tendenz. Problematisch sei, dass erheblich zu wenig Plätze für Deutschkurse vorhanden seien. Zwar werde ehrenamtlich deutsch unterrichtet, jedoch ohne Zertifikat. Jetzt gebe es den ersten VHS-Kurs in der Stadt mit 25 Plätzen. Landtagsabgeordneter Rahe wies auf die für 2016 erhöhten Zuweisungen des Landes an die Kommunen hin. So erhält die Stadt Preußisch Oldendorf mit 1,781 Millionen Euro fast 140.000 Euro mehr für Flüchtlinge als ursprünglich vorgesehen. Ab dem nächsten Jahr erfolgen die Zahlungen nicht mehr pauschal, sondern orientieren sich an den tatsächlichen Flüchtlingszahlen. Rahe: „Die Integration von Flüchtlingen und ihrer Familien ist eine Chance für den dörflichen Raum. Entscheidend dabei sind Sprache, Wohnung und Arbeitsplätze.“
Die Dorfgemeinschaft wünscht sich die Ergänzung der vorhandenen öffentlichen Verkehrsmittel durch einen Bürgerbus. Landtagsabgeordneter Rahe machte auf die Finanzierung des Fahrzeuges durch das Land NRW aufmerksam. Dazu müssten die Linien mit der MKB abgestimmt und die Fahrten durch ehrenamtliche Fahrer sichergestellt werden. Für das Eggetal allein ließe sich ein Bürgerbus nach seiner Erfahrung nur schwer realisieren, notwendig sei ein Bürgerbusverein für das gesamte Stadtgebiet Preußisch Oldendorf, wobei Gespräche mit dem Bürgerbusverein beispielsweise in Hille weiter helfen könnten.
„Es gibt überall dörfliche Vereine mit hohem Engagement, jedoch habe ich selten eine so komprimierte Zusammenarbeit wie im Eggetal erlebt,“ dankte Rahe den Vereinsvertretern für das Gespräch.

17-10-16
Foto v.l.n.r.: Horst Kirchhoff (Wir im Eggetal e.V.), Thomas Müller und Volker Brinkmeier (Heimatverein Eggetal e.V.), Jürgen Nenneker (Wir im Eggetal e.V.), Frank Wübker (SV Eggetal e.V.), Volker Oestreich (SPD Stadt Preußisch Oldendorf), Ernst Wilhelm Rahe (SPD-Landtagsabgeordneter)