SPD-Ortsverein diskutiert mit Ernst-Wilhelm Rahe

In den letzten 20 Jahren haben sich die Kapazitäten von Rechnern, Speichern und Leitungen deutlich erhöht. Für Ernst-Wilhelm Rahe, Mitglied der nordrhein-westfälischen Medienkommission, ist die Digitalisierung nach Mechanisierung, Automatisierung und Elektrifizierung die vierte industrielle Revolution. „Die Technik bringt uns umfassende Information, macht unsere Autos sicherer, hilft uns in der Medizin und bei der Pflege und bringt uns Produktivitätsfortschritt“, so Rahe. Doch wie können wir diese Welt ordnen und regulieren, damit sie nützlich für unser Leben ist? Diese Frage bestimmte die Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Stadt Preußisch Oldendorf.

Unser Steuersystem beispielsweise zeige eine Lücke bei der Besteuerung von Internetunternehmen. Besteuert werde, wo produziert wird. Facebook, Google und andere hätten zwar viele Nutzer in Europa, zahlten jedoch nur geringe Steuern. Sie seien zwar digital präsent, aber nicht physisch. „Im Bereich der Digitalsteuer brauchen wir eine europäische Lösung“, forderte Ernst-Wilhelm Rahe, „so könnten auch Internetunternehmen zur Finanzierung der Sozialversicherung beitragen.“ Auch der Datenschutz lasse sich nur auf europäischer Ebene realisieren.

So reiche es in Bildung und Schule nicht mehr Wissen zu vermitteln. „Viele der zukünftigen Berufe gibt es heute noch gar nicht, und wir wissen nicht, welche Qualifikationen notwendig sein werden “ erläuterte Rahe. Es gehe vermehrt darum, Problemlösungskompetenz zu erwerben.

Auch die Welt des Einzelhandels habe sich grundlegend verändert, und das nicht nur über Amazon und Co. „Besuchte man früher vor einem Autokauf das Autohaus 5 mal, sind es jetzt noch 1,5 mal “ so Rahe.

Bei der Diskussion wurde die schnelle Welt des Digitalen als besonders schwer für ältere Menschen gesehen, die mit den Veränderungen kaum noch Schritt halten könnten. Sorge bestand, dass sich Freundschaften mehr und mehr im Digitalen abspielen und damit oberflächlicher würden. Das persönliche miteinander sprechen werde weniger. Marvin Schrodke, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins: „Wir müssen uns auf allen Ebenen für Regeln einsetzen, damit der Fortschritt den Menschen Nutzen bringt und sie nicht abgehängt werden.“

Ernst-Wilhelm Rahe schloss: „Es kann eine bessere Welt werden, wenn wir sie dazu machen und eine schlechtere, wenn wir es nur denen überlassen, die damit Geld verdienen.“