Müll ist viel mehr als Abfall: das wurde bei dem Vortrag von Lutz Freiberg, Baudezernent des Kreises Minden-Lübbecke und zuständig für die Abfallwirtschaft des Kreises, eindrucksvoll bei der Mitgliederversammlung der SPD Stadt Preußisch Oldendorf deutlich. Deswegen ist der Begriff Entsorgungszentrum für die Pohlsche Heide auch falsch. Denn Abfall ist eine Rohstoffquelle. Lutz Freiberg plädierte für Ressourcenmanagement statt Entsorgung. Änderungen von gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Herausforderungen der Energiewende und des Klimaschutzes erforderten einen veränderten Umgang mit knapper werdenden Ressourcen und eröffneten gleichzeitig neue Chancen.

Um Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit der Pohlsche Heide zu sichern ist ein Umbau zu einem Innovationsstandort für regionale Wertschöpfung geplant. So sollen Flächen für die Ansiedlung von Unternehmen geschaffen werden und in Kooperation mit Hochschulen, mittelständischen Unternehmen und Kreativen aus der Region der Transfer zwischen Wissenschaft und regionaler Wirtschaft gefördert werden. Weiterhin soll die Pohlsche Heide als außerschulischer Lernort Kinder für die Ressource Abfall sensibilisieren. Geplant ist auch, die verschiedenen Wertstoffe gesondert zu deponieren, um sie später, bei entsprechendem Stand der Forschung, als Rohstoffe verwerten zu können. Für das Projekt sind Investitionen von 20-25 Millionen Euro notwendig. Im Rahmen des Regionalentwicklungsprogramms „Regionale“ ist eine Förderung von 55-90 % möglich.

Weg vom gelben Sack und hin zur Wertstofftonne gehört für Freiberg als Weg der Zukunft dazu. Der Kreis Minden-Lübbecke wird spätestens zum 1. Januar 2021 die Wertstofftonne, zumindest aber die Gelbe Tonne, einführen. Dazu werden im Kreisgebiet 86.000 Gelbe Tonnen benötigt. Pro Person entstehen dafür Kosten von 2,50 bis 3 Euro pro Jahr.

„Auch in der Abfallwirtschaft reicht es nicht, sich nur an verändernde Gesetze anzupassen. Wichtig ist, durch innovative Konzepte voran zu gehen“, so der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Marvin Schrodke, „so lassen sich die Versorgung der Bevölkerung im Kreis sichern und die Gebühren stabilisieren.“